Junge Vogtländer unterliegen Schwedt, zeigen jedoch Moral, Entwicklung und Perspektive für die Zukunft.
Am letzten Wettkampftag der 2. Bundesliga Gewichtheben (Gruppe A) musste sich das Athletenteam Vogtland vor heimischem Publikum dem Tabellenzweiten, TSV Blau-Weiß 65 Schwedt e.V., geschlagen geben. Sowohl im Reißen als auch im Stoßen gingen die Punkte an die Gäste, die sich am Ende mit 558,4 : 425,2 durchsetzten.
Bereits vor dem Duell war klar, dass die Vogtländer die Saison auf dem letzten Tabellenplatz beenden würden. Umso mehr stand ein engagierter Auftritt zum Abschluss im Fokus – und diesen lieferte das Team über weite Strecken ab.
Die Saison 2025/2026 verlief für das Athletenteam insgesamt nicht wie erhofft. Nach der Tabellenführung im Vorjahr sah sich die Mannschaft diesmal mit zahlreichen verletzungsbedingten Ausfällen und längeren Pausen von Leistungsträgern konfrontiert. Die daraus resultierenden Umstellungen prägten die gesamte Saison.
Wie schon in den vergangenen Wettkämpfen setzte das Athletenteam Vogtland auch zum Saisonabschluss konsequent auf den eigenen Nachwuchs. Mit fünf Frauen und zwei Männern sowie einem Durchschnittsalter von nur 20 Jahren präsentierte sich die Mannschaft erneut als eines der jüngsten Teams der Liga.
Auch die Gäste aus Schwedt traten mit einer gemischten Mannschaft (vier Frauen, drei Männer) an, konnten jedoch mit einem Durchschnittsalter von 26 Jahren deutlich mehr Erfahrung in die Waagschale werfen – ein Faktor, der sich insbesondere in den entscheidenden Momenten bemerkbar machte.
Besonders erfreulich aus Sicht der heimischen Fans war einmal mehr die Integration junger Talente: Mit Josephin Eschebach, Paul Köhn und Vincent Datschkus standen gleich drei Nachwuchsheber im Aufgebot, welche erst zwei Wochen zuvor beim DGJ Supercup auf nationaler Ebene überzeugen konnten. Kurzfristig rückte Datschkus in die Mannschaft, da Köhn im Anschluss ans Reißen mit leichten Rückenproblemen passen musste. Der ursprünglich als Reserve eingeplante Nachwuchsheber meisterte seine Aufgabe souverän und steuerte wichtige Punkte zum Mannschaftsergebnis bei.
Sportlich zeigte das Athletenteam insbesondere im Reißen eine kämpferisch starke Leistung. Zwischenzeitlich lagen die Vogtländer sogar in Führung und zeigten, dass sie sich trotz der Außenseiterrolle nicht verstecken mussten. Mehrere ungültige Versuche verhinderten jedoch, dass dieser Vorsprung gehalten werden konnte.
Im Stoßen spielte der TSV Blau-Weiß 65 Schwedt e.V. anschließend seine Erfahrung und Klasse aus. Die Gäste steigerten sich deutlich und setzten sich kontinuierlich ab, sodass am Ende ein klarer Gesamtsieg zu Buche stand. Mit diesem Auftritt untermauerte Schwedt nochmals seine starke Saisonleistung und den verdienten zweiten Tabellenplatz.
Trotz der Niederlage konnte das Athletenteam Vogtland auch positive Aspekte aus dem Wettkampf mitnehmen. Mit 425,2 Punkten erzielte die Mannschaft ihr bestes Ergebnis seit vier Wettkämpfen – ein klares Zeichen für die Entwicklung innerhalb des jungen Teams.
Erneut präsentierte sich Pavlína Šedá in starker Form. Die tschechische Topheberin erzielte zum dritten Mal in Folge exakt 200 Kilogramm im Zweikampf. Damit bestätigte sie ihre beeindruckende Verlässlichkeit. Šedá war erneut die stärkste Athletin im Team und ein wichtiger Stabilitätsfaktor.
Trotz der sportlich schwierigen Saison bleibt die Stimmung im Team positiv. Der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft sowie zwischen Athleten und Trainerteam gilt als eine der großen Stärken des Vereins.
„Wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen“, brachte Trainer Bernd Schmiedel die Teamphilosophie nach dem Wettkampf auf den Punkt. Gemeinsam mit seinen Trainerkollegen Steffen Ludwig und Steffen Haußner richtet er den Blick bereits nach vorn. Die Planungen für die kommende Saison laufen bereits auf Hochtouren. Das Athletenteam Vogtland hat seine Vorabmeldungen eingereicht und will auch weiterhin ein fester Bestandteil der 2. Bundesliga bleiben.
Auch künftig möchte der Verein hochklassigen Gewichthebersport in der Spitzenstadt Plauen präsentieren und langfristig wieder an die Erfolge der vergangenen Jahre anknüpfen. Der letzte Wettkampf der Saison hat dabei gezeigt: im Athletenteam Vogtland steckt weiterhin großes Potenzial für eine erfolgreichere Zukunft.



















